Jucken im Intimbereich? Ursachen und schnelle Hilfe
Du hast das garantiert schon erlebt: dieses Gefühl, wenn dich ein kleiner Mückenstich fast in den Wahnsinn treibt. Und jetzt stell dir vor, es juckt plötzlich an einer anderen Stelle so unangenehm … in deiner Scheide.
Das Gemeine: Wie beim Mückenstich kommt das Jucken im Intimbereich oft ohne Vorwarnung. Eben war noch alles normal, im nächsten Moment steigt bei dir schon die Pilz-Panik auf.
Die gute Nachricht: Jucken im Intimbereich kann bei Frauen viele Ursachen haben, ohne dass automatisch ein Scheidenpilz dahintersteckt. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine juckende Scheide besser einordnen kannst, was schnell helfen kann und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Lies weiter, um Folgendes zu erfahren:
- Juckende Scheide – warum nicht immer eine Infektion dahintersteckt
- Außen oder innen – wo juckt es wirklich?
- Häufige nicht-infektiöse Ursachen für Jucken im Intimbereich
- Juckende Scheide in verschiedenen Lebensphasen
- Wann Juckreiz in der Scheide auf eine Infektion hindeuten kann
- Was hilft gegen Jucken im Intimbereich?
- Tipps, um Scheidenjucken vorzubeugen
- FAQs zu Jucken im Intimbereich
Juckende Scheide – warum nicht immer eine Infektion dahintersteckt
Eine juckende Scheide löst verständlicherweise schnell Sorge aus. Viele Frauen vermuten sofort, dass sie einen Pilz oder eine andere Infektion haben könnten. Dabei kann ein Jucken im Intimbereich auch harmlose, nicht-infektiöse Ursachen haben.
Der Grund dafür: Deine Vaginalschleimhaut besteht aus einem empfindlichen Gewebe, das nicht durch eine schützende Hornschicht verstärkt ist.1 Sie reagiert daher sehr sensibel auf äußere Einflüsse. Zudem wird sie maßgeblich durch Hormone wie zum Beispiel Östrogen beeinflusst.1
Daher können sowohl hormonelle Veränderungen als auch äußere Reize das vaginale Milieu beeinflussen und Beschwerden wie Juckreiz begünstigen.1/2
Das bedeutet: Nicht jedes Jucken im Intimbereich bedeutet gleich eine Erkrankung. Häufig reagiert das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalschleimhaut auf konkrete Auslöser, die wir uns noch genauer anschauen werden.
Außen oder innen – wo juckt es wirklich?
Manchmal fühlt sich eine juckende Scheide an, als käme das Gefühl „von überall“. Doch für die richtige Einordnung ist entscheidend: Betrifft das Jucken im Intimbereich vor allem die äußere Haut oder spürst du es eher tief im Inneren?
Diese Unterscheidung hilft dir, mögliche Ursachen besser einzugrenzen.
Jucken im äußeren Intimbereich (Vulva)
Wenn das Jucken im Intimbereich außen auftritt, ist meist die empfindliche Haut der Vulva betroffen. Sie ist täglich Reibung, Feuchtigkeit, Rasur oder auch Duftstoffen ausgesetzt. Enge Kleidung, synthetische Unterwäsche oder parfümierte Pflegeprodukte können die Hautbarriere zusätzlich reizen.2
Typisch für Juckreiz im äußeren Bereich der Scheide sind sichtbare Rötungen, ein Spannungsgefühl oder eine leicht geschwollene Haut. In solchen Fällen stehen oft mechanische oder äußere Reize im Vordergrund – nicht unbedingt eine Infektion.
Jucken außen und innen – was das bedeuten kann
Manchmal betrifft das Jucken jedoch sowohl die äußere Haut als auch das Innere. Dieses Gefühl von „außen und innen“ kann darauf hinweisen, dass zwei Faktoren zusammenspielen: etwa eine gereizte Hautbarriere und gleichzeitig ein empfindliches vaginales Milieu.
Gerade nach hormonellen Veränderungen, Antibiotika oder starker Reibung kann diese Kombination auftreten.
In den nächsten Abschnitten schauen wir uns daher genauer an, welche nicht-infektiösen und infektiösen Ursachen hinter Juckreiz im Intimbereich stecken können und wie du sie unterscheiden kannst.
Häufige nicht-infektiöse Ursachen für Jucken im Intimbereich
Ein Jucken im Intimbereich kann bei Frauen viele Ursachen haben. Häufig stecken ganz alltägliche Auslöser dahinter, zum Beispiel:
- Rasur oder mechanische Reibung
- hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft oder Wechseljahre)
- ein empfindliches Scheidenmilieu, etwa nach Antibiotika
- Überpflege oder Duftstoffe in Intimprodukten
- trockene Schleimhäute
Welche dieser Ursachen hinter einer juckenden Scheide stecken können, schauen wir uns im Folgenden genauer an.
Jucken nach Rasur im Intimbereich
Wenn es nach der Rasur plötzlich juckt, kann das an einer gereizten Außenhaut liegen. Die Haut der Vulva ist besonders empfindlich und selbst kleinste Verletzungen durch die Rasur können zu Rötungen, Pickelchen und starkem Jucken im Intimbereich führen. Man spricht in diesem Fall von sogenanntem Rasurbrand.3
Eine Trockenrasur, stumpfe Klingen oder das Rasieren gegen die Wuchsrichtung belasten die Haut zusätzlich. Denn bei der Rasur werden nicht nur die Haare entfernt, sondern auch die oberste Hautschicht wird vorübergehend mechanisch gereizt, wodurch die Haut mehr Feuchtigkeit verliert und mit Spannungsgefühl oder Juckreiz reagieren kann.4
Auch nachwachsende, harte Stoppeln können nach ein bis zwei Tagen ein unangenehmes Jucken auslösen. Werden danach alkoholhaltige oder stark parfümierte Intimpflegeprodukte verwendet, kann das die frisch rasierte Haut noch mehr reizen.3
Was hilft schnell bei Jucken nach Rasur?
Ist die Haut gerötet, trocken oder spannt, tut ihr vor allem eines gut: Sanftheit. Beruhigende Intimcremes oder pH-neutrale Intimprodukte wie Multi-Gyn CalmingCream pflegen die empfindliche Haut und können die natürliche Hautbarriere unterstützen. Sie kann täglich angewendet werden, zum Beispiel nach dem Rasieren oder dem Sport.
Um Juckreiz im äußeren Intimbereich zu vermeiden, gönn deiner Haut direkt nach einer Rasur zudem ein bisschen Ruhe: Lass ein paar Minuten Luft an die Haut und trage möglichst lockere Kleidung. Manchmal reicht genau das schon, damit sich alles wieder beruhigt
Juckende Scheide nach der Periode
Einige Frauen beobachten, dass ihre Scheide auch häufig nach ihrer Periode juckt. Das kann daran liegen, dass sich während der Menstruation das vaginale Milieu verändert: Menstruationsblut hat einen höheren pH-Wert als das natürliche saure Scheidenmilieu. Dadurch kann sich das Gleichgewicht vorübergehend verschieben.5
Hinzu kommt: Tampons können nicht nur Blut, sondern auch natürliche Feuchtigkeit aufnehmen. Das kann zu einem Gefühl von Trockenheit und Jucken in der Scheide führen. Auch Binden oder Slipeinlagen können durch mechanische Reibung die äußere Haut irritieren.2
Für die tägliche Intimpflege, das heißt auch nach der Periode, eignet sich zudem die Multi-Gyn FeuchtCreme. Sie enthält echte Milchsäure, die hilft, den pH-Wert der Scheide zu stabilisieren und Feuchtigkeit langfristig zu bewahren. Du kannst sie bequem in Apotheken, Drogerien wie dm oder in Online-Apotheken kaufen, ganz ohne Rezept.
Jucken im Intimbereich nach Antibiotika
Auch Jucken im Intimbereich nach Antibiotika muss nicht gleich ein Grund zur Sorge sein. Antibiotika bekämpfen krankmachende Bakterien – sie können jedoch auch die schützenden Lactobazillen deiner Vaginalflora beeinflussen.6
Diese Milchsäurebakterien sind wichtig für:
- die Aufrechterhaltung des sauren pH-Werts der Scheide
- die Stabilität des vaginalen Mikrobioms
Verändert sich dieses Gleichgewicht, kann das manchmal zu unangenehmen Beschwerden wie Brennen oder Jucken in der Scheide führen.7
Überpflege, Kontaktdermatitis und Allergien
Der Intimbereich reagiert sehr sensibel auf äußere Reize. Häufiges Waschen, parfümierte Intimprodukte, bestimmte Stoffe oder Waschmittel können die Haut der Vulva irritieren und eine sogenannte Kontaktdermatitis auslösen.8
Dabei handelt es sich um eine Reaktion der Haut auf Reizstoffe oder Allergene. Typische Beschwerden sind Jucken im Intimbereich, Brennen, Wundgefühl oder Rötungen.8
Wird die Haut länger gereizt, kann sich daraus im schlimmsten Fall auch eine Vulvitis, also eine Entzündung der äußeren Genitalhaut, entwickeln.9 Neben einem Brennen und Jucken in der Scheide können bei einer Vulvitis unter anderem ungewöhnlicher Ausfluss, kleine Risse oder empfindliche Stellen in der Haut der Vulva sowie Rötungen und Schwellungen der inneren oder äußeren Schamlippen hinzukommen.9
Wichtig: Solltest du solche Anzeichen bemerken, lass deine Beschwerden am besten zeitnah ärztlich abklären. Denn ohne Behandlung kann eine anhaltende Entzündung der Vulva im ungünstigen Fall auch zu einer Infektion führen.9
Stress und körperliche Belastung
Was viele vielleicht überrascht: Auch Stress kann sich auf die Immunreaktion und infolgedessen auch auf das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora auswirken. In solchen Phasen berichten manche Frauen häufiger über Beschwerden wie Jucken im Intimbereich, auch dann, wenn keine Infektion vorliegt.10
Juckende Scheide in verschiedenen Lebensphasen
Neben den bereits genannten Ursachen können auch hormonelle Schwankungen hinter einer juckenden Scheide stecken. Denn Hormone wie Östrogen beeinflussen die Feuchtigkeit der Schleimhäute, den pH-Wert und damit auch das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora.11
In bestimmten Lebensphasen kann sich dieses Gleichgewicht stärker verändern – zum Beispiel während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Das bedeutet nicht automatisch, dass bei Scheidenjucken eine Infektion vorliegt, aber die Schleimhäute können empfindlicher reagieren und Juckreiz begünstigen.11
Juckende Scheide in der Schwangerschaft
Wenn du gerade schwanger bist, kann es vorkommen, dass dein Intimbereich empfindlicher reagiert als sonst. Der Grund liegt unter anderem in den hormonellen Veränderungen: Der steigende Östrogenspiegel sorgt für eine stärkere Durchblutung der Vaginalschleimhaut, mehr Ausfluss in der Schwangerschaft und beeinflusst zugleich das vaginale Milieu. Dadurch kann die Schleimhaut sensibler auf Reize reagieren, was sich manchmal als ein Jucken in der Scheide oder ein ungewohntes Spannungsgefühl bemerkbar macht.12/13
Wichtig: Gerade in der Schwangerschaft solltest du Beschwerden im Intimbereich immer ärztlich abklären lassen. Denn auch wenn hinter dem Juckreiz harmlose Ursachen stecken, können gelegentlich Infektionen dahinterliegen, die behandelt werden sollten.
Wechseljahre und juckende Scheide
Auch in den Wechseljahren kann eine juckende Scheide auftreten. Anders als in der Schwangerschaft, sorgt hier ein sinkender Östrogenspiegel dafür, dass die Schleimhaut häufig dünner und trockener wird. Dadurch kann sich die Haut im Intimbereich empfindlicher anfühlen und schneller gereizt reagieren.14
Sollte es in dieser Lebensphase zu Scheidentrockenheit und Symptomen wie Juckreiz und Brennen kommen, kann es sinnvoll sein, den pH-Wert der Scheide mit medizinisch geprüften Pflegeprodukten zu unterstützen – zum Beispiel mit der Multi-Gyn FeuchtCreme, die echte Milchsäure enthält. Sie trägt dazu bei, das Scheidenmilieu zu stabilisieren, spendet Feuchtigkeit und unterstützt das natürliche Gleichgewicht, ganz ohne Duftstoffe oder Hormone.
Wenn du dich für Hausmittel bei Scheidentrockenheit in der Menopause und den Wechseljahren interessierst, findest du mehr Informationen in diesem Artikel.
Und auch hier gilt: Wenn du unsicher bist, ob hinter deinen Beschwerden eine Infektion steckt, ist eine ärztliche Abklärung bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen immer sinnvoll.
Wann Juckreiz in der Scheide auf eine Infektion hindeuten kann
Wenn Jucken im Intimbereich bei Frauen auftritt, denken viele sofort an einen Scheidenpilz. Und ja: Manchmal steckt wirklich eine Infektion dahinter. Aber wichtig ist: Juckreiz allein ist noch keine Diagnose. Entscheidend sind die Begleitsymptome – also ob zusätzlich zum Beispiel Ausfluss, Geruch, Schmerzen oder ein Wundgefühl auftreten.
Scheidenpilz – typisch bei starkem Juckreiz
Ein Scheidenpilz (meist verursacht durch Candida albicans) zeigt sich häufig durch starkes Jucken in der Scheide sowie eine Rötung/Schwellung im äußeren Intimbereich und manchmal auch weißlich-krümeligen Ausfluss. Auch Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Sex können dazukommen.7
Wichtig: Auch wenn die Versuchung groß ist, beim ersten Scheidenjucken sofort zu einer rezeptfreien Antipilz-Creme zu greifen, sollte die Behandlung zu deinen tatsächlichen Symptomen passen. Denn nicht jedes Jucken im Intimbereich ist automatisch eine Candida-Infektion.
Wenn du dir unsicher bist, ist daher zunächst ein Besuch bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen ratsam. Stellt sie oder er eindeutig einen Scheidenpilz fest, stehen dir verschiedene wirksame Behandlungsoptionen zur Verfügung.
Welche das sein können, erfährst du in unserem Artikel „Scheidenpilz sanft behandeln”.
Bakterielle Vaginose – eher Geruch/Ausfluss als Juckreiz
Bei einer bakteriellen Vaginose steht häufig dünnflüssiger grau-weißer Ausfluss und ein fischiger Geruch im Vordergrund. Juckreiz in der Scheide kann vorkommen, ist aber nicht unbedingt üblich.15
Auch hier ist es daher besser, die Symptome gynäkologisch abzuklären, da die Behandlung anders ist als bei einem Scheidenpilz. Mehr über mögliche Medikamente und sanfte Hausmittel bei einer bakteriellen Vaginose erfährst du übrigens in diesem Artikel.
| Bakterielle Vaginose | Scheidenpilz |
|---|---|
| Bakterien: Gardnerella Vaginalis | Hefepilz: Candida albicans |
| Fischiger Geruch | Normaler Geruch |
| Dünner, weiß-gräulicher Ausfluss | Bröckliger, weiß-gelblicher Ausfluss |
| Keine Schwellung, keine Rötung | Schwellung der Schamlippen und Rötung der Scheide |
| Verschlimmerung der Symptome nach dem Sex | Schmerzen beim Sex |
Sexuell übertragbare Infektionen (STI)
Zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten gehören Chlamydien, Gonorrhö (Tripper) und Trichomonaden. Auch sie können unter anderem Juckreiz im Intimbereich verursachen.16/17/18
Wenn zudem noch ein Brennen in der Scheide oder beim Wasserlassen, Unterleibschmerzen, Schmerzen beim oder nach dem Sex oder ungewöhnlicher Ausfluss dazu kommen, gilt: lieber einmal früher als später ärztlich abklären lassen.
Das ist auch deshalb so wichtig, da Scheidenentzündungen nicht nur ansteckend sein können, sondern da sie durch ganz unterschiedliche Auslöser entstehen und dementsprechend auch unterschiedlich behandelt werden müssen.
Was hilft gegen Jucken im Intimbereich?
Wenn es plötzlich in der Scheide juckt, willst du wahrscheinlich vor allem eins: schnelle Erleichterung. Was gegen Jucken im Intimbereich wirklich sinnvoll ist, hängt dabei jedoch stark von der Ursache ab.
Die gute Nachricht ist: Es gibt einige Maßnahmen, die du sofort umsetzen kannst.
Sofort-Hilfe bei einer juckenden Scheide
Wenn du dich also fragst, was tun gegen Jucken im Intimbereich, beginne mit dem Einfachsten: mögliche Reize stoppen.
- Verzichte vorübergehend auf parfümierte Intimpflegeprodukte, Slipeinlagen oder feuchte Tücher.19
- Trage lockere Kleidung und atmungsaktive Baumwollunterwäsche.19
- Reinige den Intimbereich nur mit lauwarmem Wasser und vermeide unnötige Intimduschen oder aggressive Waschgels.19
Spürst du zusätzlich Reibung oder Wundheit, kann es sinnvoll sein, erstmal auf Sex zu verzichten, bis sich die Schleimhaut wieder entspannt hat.
Hausmittel gegen Scheidenjucken – was hilft wirklich und was nicht?
Womit du dir beziehungsweise deinem Intimbereich schnell Erleichterung verschaffen kannst, ist sanftes, kurzes Kühlen, zum Beispiel mit einem sauberen, kühlen Waschlappen. Das kann helfen, die gereizte Haut zu beruhigen. Wichtig: niemals Eis direkt auf die Haut legen!
Auch Joghurt kann auf der äußeren Vulva als angenehm kühlend empfunden werden, wenn die Haut brennt oder spannt. Wichtig ist jedoch, den Joghurt nur äußerlich anzuwenden und nicht in die Scheide einzuführen.20
Wenn Kühlen nicht hilft oder zu kurz anhält, suchen viele Frauen bei Jucken im Intimbereich nach weiteren Hausmitteln im Internet. Das ist verständlich, aber hier ist Vorsicht geboten. Denn „natürlich“ bedeutet nicht automatisch „schonend“.
So finden sich immer wieder Tipps, zum Beispiel Apfelessig oder Teebaumöl bei Juckreiz in der Scheide anzuwenden. Fachleute raten jedoch davon ab, solche Substanzen vaginal anzuwenden, da sie im schlimmsten Fall Entzündungen verursachen und das empfindliche Scheidenmilieu noch weiter aus dem Gleichgewicht bringen können.20
Welche Creme oder Salbe hilft bei Jucken im Intimbereich?
Welche Creme oder Salbe bei Jucken im Intimbereich sinnvoll sein kann, hängt davon ab, woher die Beschwerden kommen.
Ist vor allem die äußere Haut gereizt, etwa nach Rasur oder Reibung, kann eine beruhigende Pflege wie die Multi-Gyn CalmingCream helfen, die empfindliche Außenhaut zu unterstützen.
Stehen dagegen Trockenheit oder ein Spannungsgefühl im Scheideninneren im Vordergrund, etwa nach der Periode oder in hormonellen Umbruchphasen, kann Multi-Gyn FeuchtCreme die Schleimhaut pflegen und Feuchtigkeit spenden.
Sollte dagegen ein Pilz die Ursache für dein Scheidenjucken sein, kann das Vaginalgel Multi-Gyn FloraPlus dabei helfen, Irritationen und Jucken in der Scheide zu lindern.
Wichtig ist dabei: Greife nicht „blind“ zu einer Anti-Pilzcreme, nur weil es in der Scheide juckt. Eine falsche Selbstbehandlung kann das Gleichgewicht zusätzlich stören. Vor allem, wenn deine Beschwerden stark sind oder anhalten, ist eine medizinische Abklärung immer der sicherste Weg.
Tipps, um Scheidenjucken vorzubeugen
Wenn du häufiger unter einer juckenden Scheide leidest, lohnt es sich, deine Alltagsroutinen einmal genauer anzuschauen. Denn es können schon kleine Gewohnheiten sein, die überreizte Haut oder ein sensibles Milieu begünstigen.
- Weniger ist mehr: Wasche deinen Intimbereich nicht übermäßig und verzichte auf parfümierte Produkte. Zu häufiges Reinigen kann den natürlichen Schutz deiner Scheidenflora schwächen.21
- pH-Wert beachten: Das vaginale Milieu ist von Natur aus leicht sauer und hat einen pH-Wert von 3,8 bis 4,522. Das verhindert, dass sich unerwünschte Bakterien und Pilze in deiner Scheide zu stark ausbreiten.23 Wenn du Intimpflegeprodukte verwendest, achte daher darauf, dass diese pH-neutral sind.
- Intimrasur achtsam gestalten: Verwende scharfe Klingen, rasiere möglichst in Wuchsrichtung und gönne der Haut danach Regenerationszeit. So schützt du die empfindliche Außenhaut vor wiederkehrender Reizung.
- Nach Antibiotika gut für deine Intimflora sorgen: Nach einer Antibiotikatherapie braucht deine Vaginalflora manchmal etwas Zeit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, da auch schützende Lactobazillen beeinflusst werden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Probiotika zur Stabilisierung dieser natürlichen Balance beitragen können.24
So stärkst du deine Intimflora präventiv – ohne Überpflege, sondern mit bewusster Balance. Natürlich gibt es keine Garantie, dass Beschwerden wie eine juckende Scheide nie auftreten. Doch achtsam mit deinem Körper umzugehen gehört nicht nur zu einer guten Intimhygiene, sondern ist auch ein wichtiger Teil deiner persönlichen Selfcare-Routine.
FAQs zu Jucken im Intimbereich
Jucken im Intimbereich, aber kein Pilz – was tun?
Wenn plötzlich starkes Jucken im Intimbereich auftritt, aber kein Pilz dahintersteckt, sind häufig äußere Reize oder hormonelle Veränderungen die Ursache dafür. Oft hilft es dann schon, mögliche Reizstoffe zu reduzieren, atmungsaktive Baumwollunterwäsche zu tragen und den Intimbereich möglichst sanft zu pflegen.
Bleibt der Juckreiz bestehen oder kommen weitere Beschwerden hinzu, ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll. So lässt sich schnell herausfinden, was hinter deinen Beschwerden steckt.
Jucken im Intimbereich ohne Ausfluss – was bedeutet das?
Tritt das Jucken im Intimbereich ohne Ausfluss auf, spricht das häufig eher für eine Reizung der äußeren Haut als für eine Infektion. Typische Auslöser können Rasur, Reibung, Duftstoffe in Pflegeprodukten oder empfindliche Schleimhäute sein.
Kommt jedoch zusätzlich ungewöhnlicher Ausfluss, Geruch oder Schmerzen dazu, kann auch eine Infektion dahinterstecken. In diesem Fall solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen.
Wann solltest du Jucken im Intimbereich ärztlich abklären lassen?
Wenn das Jucken im Intimbereich länger anhält oder mit weiteren Beschwerden einhergeht, kann eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll sein.
Das gilt vor allem, wenn:
- zusätzlich ungewöhnlicher Ausfluss, Geruch oder Schmerzen auftreten
- Bläschen, Risse oder Schwellungen sichtbar sind
- das Jucken nach ungeschütztem Sex auftritt
In diesen Fällen kann eine Infektion oder eine andere Erkrankung dahinterstecken, die gezielt behandelt werden sollte.
Mehr lesen
Quellen
1 StatPearls, Genitourinary Syndrome of Menopause, Oktober 2024
3 Cleveland Clinic, Razor Burn, Juli 2022
4 StatPearls, Contact Dermatitis, September 2023
7 MayoClinic, Yeast infection (vaginal), November 2024
9 Cleveland Clinic, Vulvitis, Februar 2026
10 frontiers, The Vaginal Microenvironment: The Physiologic Role of Lactobacilli, Juni 2018
11 StatPearls, Vaginitis, Januar 2025
12 MSD Manual, Physical Changes During Pregnancy, September 2024
13 Merck manual, Vaginal Itching or Vaginal Discharge, Juni 2024
14 Cleveland Clinic, Vaginal Atrophy, Oktober 2023
15 MSD Manual, Bakterielle Vaginose, April 2024
16 CDC, About Trichomoniasis, Januar 2025
17 Universitätsklinikum Tübingen, Geschlechtskrankheiten
18 Centers for Disease Control and Prevention (CDC). About Chlamydia, Januar 2025
22 PubMed, Contemporary perspectives on vaginal pH and lactobacilli, Februar 2011
