pH-Wert der Scheide: Was normal ist und wie du ihn unterstützen kannst
Wusstest du eigentlich, dass deine Scheide sauer ist? Natürlich nicht im Sinne von „genervt“, sondern ganz wissenschaftlich. Denn dein Intimbereich hat von Natur aus einen sauren pH-Wert.
Viele Frauen erfahren erst im Laufe ihres Lebens, wie wichtig der pH-Wert der Scheide ist. Schon kleine Veränderungen können dieses Gleichgewicht beeinflussen und unter Umständen Beschwerden verursachen.
Welcher vaginale pH-Wert als normal gilt, woran du Veränderungen erkennst, was genau sie verursacht und wie du deine Vaginalflora natürlich unterstützen kannst, liest du in diesem Artikel.
Lies weiter, um Folgendes zu erfahren:
- Was bedeutet der pH-Wert der Scheide eigentlich?
- Welcher pH-Wert der Scheide ist normal?
- Woran erkennst du, dass dein pH-Wert aus dem Gleichgewicht geraten ist?
- Was bringt den pH-Wert der Scheide noch aus dem Gleichgewicht?
- Wie kannst du den pH-Wert deiner Scheide sanft unterstützen?
- FAQs zum vaginalen pH-Wert
Was bedeutet der pH-Wert der Scheide eigentlich?
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch das Scheidenmilieu ist. Er wird auf einer Skala von 0 bis 14 gemessen1:
- Werte unter 7 gelten als sauer,
- 7 steht für neutral und
- Werte über 7 gelten als basisch.
Im Intimbereich ist dieser Wert besonders wichtig und sollte im Idealfall leicht sauer sein. Genau das schützt dich Tag für Tag, ohne dass du es bewusst bemerkst. Du kannst dir das so vorstellen: Ein leicht saurer pH-Wert ist wie ein unsichtbarer Bodyguard, der verhindert, dass sich unerwünschte Bakterien und Pilze in deiner Scheide zu stark ausbreiten.2
Das Ergebnis: Deine Vaginalflora bleibt im Gleichgewicht und du fühlst dich im Intimbereich wohl.
Welcher pH-Wert der Scheide ist normal?
Bei den meisten Frauen liegt der normale pH-Wert der Scheide zwischen 3,8 und 4,53. Verantwortlich dafür sind sogenannte Lactobazillen, also „gute“ Milchsäurebakterien. Sie wandeln körpereigene Zuckerbestandteile (Glykogen) in Milchsäure um und halten den pH-Wert so stabil im sauren Bereich.2
Dieser Wert kann sich im Laufe eines Monats und je nach Lebensphase auch verändern. So können Hormone, Zyklusphasen, Schwangerschaft, Stillzeit oder die Wechseljahre den pH-Wert natürlicherweise schwanken lassen. Ein leicht veränderter Wert bedeutet daher nicht sofort, dass etwas nicht stimmt. Er zeigt oft einfach an, in welcher hormonellen Phase dein Körper gerade steckt.
Natürliche Schwankungen des vaginalen pH-Werts – wann treten sie auf?
Musst du dir nun gleich Sorgen machen, wenn der pH-Wert der Scheide bei 4,6 oder 5,0 liegt? Nicht unbedingt. Wie bereits erwähnt, können hormonelle Schwankungen dazu führen, dass sich der pH-Wert der Scheide vorübergehend verändert.
Daher stellt sich die Frage: In welchen Situationen sind solche pH-Schwankungen ganz normal?
Während des Zyklus
Im Verlauf des Monatszyklus kann sich der pH-Wert der Vagina leicht verändern. Der Grund dafür ist, dass der pH-Wert eng mit dem Östrogenspiegel zusammenhängt, der sich ebenfalls zyklusbedingt verändert.
Einfach erklärt sorgt Östrogen dafür, dass die Vaginalschleimhaut Glykogen (eine Form von Zucker) bildet. Die „guten“ Laktobazillen ernähren sich von diesem Zucker und bilden dabei Milchsäure. Ist viel Glykogen vorhanden, können sie sich gut vermehren.4
Sprich: mehr Glykogen = mehr Lactobazillen = mehr Milchsäure = Umgebung wird saurer = der pH-Wert sinkt.4 Das heißt, je saurer das Scheidenmilieu, desto niedriger ist der pH-Wert. Und umgekehrt: Je weniger sauer das Milieu ist, desto höher wird der pH-Wert.
Konkret bedeutet das für die verschiedenen Zyklusphasen:
- In der Follikelphase (vor dem Eisprung) steigt Östrogen an → Der pH-Wert bleibt stabil sauer.
- Rund um den Eisprung erreicht der Östrogenspiegel seinen Höchststand. Das Scheidenmilieu ist nun am sauersten → Der pH-Wert kann niedriger werden.
- In der Lutealphase (nach dem Eisprung) sinkt Östrogen wieder. Die Vaginalflora ist folglich etwas weniger sauer → Der pH-Wert kann leicht ansteigen, bleibt aber meist im Normalbereich.
Während der Periode
Während deiner Periode kann der pH-Wert der Scheide vorübergehend deutlich höher sein und das ist völlig normal. Der Grund: Menstruationsblut hat mit 7,35 bis 7,45 einen deutlich höheren pH-Wert als das Scheidenmilieu.5
Eine Studie mit jungen, gesunden Frauen zeigt sehr klar, wie stark dieser Effekt sein kann: Am 2. Zyklustag während der Periode lag der pH-Wert im Durchschnitt bei 6,6. Am 4. Tag sank er wieder auf 5,3 und erreichte zur Zyklusmitte (Tag 14) einen üblichen, sauren Wert von 4,2.6
Das bedeutet:
- Ein höherer pH-Wert während der Blutung ist normal.
- Er stabilisiert sich schon kurz nach der Menstruation wieder von selbst.
- Ein Anstieg bedeutet nicht automatisch eine Infektion.
Der erhöhte pH-Wert kann das Scheidenmilieu in dieser Zeit allerdings empfindlicher machen. Das erklärt auch, warum einige Frauen rund um die Periode etwas mehr Geruch oder leichte Irritationen bemerken oder sogar anfälliger für Scheideninfektionen wie bakterielle Vaginose sind.7
Um deinen Intimbereich in dieser Zeit zu unterstützen, kann es daher helfen, während der Periode Tampons regelmäßig zu wechseln oder nachts eher Binden/Periodenunterwäsche zu nutzen, um das saure Gleichgewicht weniger zu beeinflussen.
Während der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel deutlich.8 Dadurch produziert die Scheidenschleimhaut mehr Glykogen und Lactobazillen können sich stärker vermehren. Das kann den pH-Wert der Scheide in der Schwangerschaft phasenweise beeinflussen, ohne dass das ungewöhnlich wäre.4
Wichtig zu wissen: Diese Veränderungen können das vaginale Gleichgewicht sensibler machen. Dadurch können Infektionen wie Scheidenpilz oder bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft häufig auftreten.9/10 In der Regel sind sie jedoch gut behandelbar.
Mehr zum Thema Scheideninfektionen und Ausfluss in der Schwangerschaft erfährst du in diesem Artikel.
Während der Stillzeit
Während der Stillzeit ist der Östrogenspiegel natürlicherweise niedriger, weil der Körper vermehrt Prolaktin ausschüttet. Dadurch kann der pH-Wert der Scheide etwas weniger sauer, also höher, sein als sonst.11
Während der Wechseljahre / Menopause
In den Wechseljahren beziehungsweise nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft. Die Vaginalschleimhaut bildet dann weniger Glykogen und es stehen den Lactobazillen weniger Nährstoffe zur Verfügung. Der pH-Wert der Scheide kann in den Wechseljahren dadurch bei gesunden Frauen über 4,5 steigen, ohne dass unbedingt eine Infektion dahintersteckt.11
Woran erkennst du, dass dein pH-Wert aus dem Gleichgewicht geraten ist?
Wenn der pH-Wert deiner Scheide sich verändert, kann sich das durch Veränderungen im Ausfluss, Intimgeruch oder im Empfinden bemerkbar machen.
Anzeichen für einen zu hohen pH-Wert der Scheide
Wenn der vaginale pH-Wert über 4,5 liegt, schafft das ein Umfeld, in dem sich bestimmte Bakterien leichter vermehren können. Eine typische Ursache für einen zu hohen pH-Wert der Scheide ist zum Beispiel eine bakterielle Vaginose12.
Mögliche weitere Anzeichen einer bakteriellen Vaginose und damit auch eines erhöhten pH-Werts der Scheide sind13:
- ein fischiger oder fauliger Geruch
- dünnflüssiger, grau-weißer Ausfluss
- leichtes Jucken oder Brennen
- Schmerzen beim Wasserlassen
Wenn du dir unsicher bist, kannst du schon vor einem möglichen Arzttermin den pH-Wert deiner Scheide messen, um mehr Klarheit für dich zu bekommen. Das geht mit Hilfe eines pH-Teststreifens aus der Apotheke oder Drogerie.
Sollte deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe eine bakterielle Vaginose feststellen, ist eine gezielte Behandlung sinnvoll. Je nach Stärke der Beschwerden kann diese ärztlich verschriebene Medikamente oder speziell formulierte Vaginalgels umfassen.
Produkte wie Multi-Gyn ActiGel oder Multi-Gyn ActiGel 2IN1 sind so entwickelt, dass sie das Scheidenmilieu unterstützen und das Gleichgewicht der Vaginalflora fördern. Sie können dazu beitragen, dass sich typische Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss oder unangenehmer Geruch verringern.
So hast du die Möglichkeit, dein Scheidenmilieu auf schonende Weise zu pflegen und das Wohlbefinden zu unterstützen.
Kann der pH-Wert der Scheide zu niedrig oder „zu sauer” sein?
Der pH-Wert der Vagina liegt normalerweise im leicht sauren Bereich zwischen 3,8 und 4,5. Medizinisch wichtig ist dabei vor allem die obere Grenze. Denn ein erhöhter pH-Wert kann ein Hinweis auf eine bakterielle Vaginose oder eine andere Störung des Scheidenmilieus sein.
Eine untere Grenze, ab der der pH-Wert der Scheide „zu niedrig“ oder „zu sauer“ wäre, ist in der wissenschaftlichen Literatur jedoch nicht definiert. Es gibt keinen anerkannten Grenzwert und kein Krankheitsbild, das mit einem „zu sauren“ pH-Wert der Scheide beschrieben wird.
Auch gibt es keine typischen Symptome wie etwa Brennen, Reizungen oder Ausflussveränderungen, die mit einem zu niedrigen oder sauren pH-Wert im Zusammenhang stehen.
Ein etwas niedriger vaginaler pH-Wert kann theoretisch entstehen, wenn besonders viele Lactobazillen Milchsäure produzieren. Er gilt jedoch nicht automatisch als problematisch, solange keine weiteren Beschwerden oder Infektionszeichen auftreten.
Was bringt den pH-Wert der Scheide noch aus dem Gleichgewicht?
Neben hormonellen Schwankungen und Scheideninfektionen wie einer bakteriellen Vaginose gibt es weitere Faktoren, die deinen vaginalen pH-Wert beeinflussen können. Viele davon wirken im Alltag unscheinbar, können aber das Gleichgewicht deiner Vaginalflora vorübergehend stören.
Sex und Sperma
Beim Sex kann sich der pH-Wert deiner Scheide verändern, vor allem durch Sperma. Der Grund: Sperma hat normalerweise einen pH-Wert von 7,2 bis 8,0 und ist damit leicht basisch, also das Gegenteil von sauer.14 Im Kontakt mit der Scheidenflüssigkeit kann es dadurch den natürlichen, leicht sauren pH-Wert deiner Vaginalflora kurzzeitig anheben.
Für die meisten Frauen ist das völlig unproblematisch. Bei einer empfindlichen Vaginalflora, häufig wechselnden Partnern oder wenn bereits leichte Irritationen bestehen, kann dieser Anstieg jedoch begünstigen, dass das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät.
Intimhygiene und Alltagsfaktoren
Dein Intimbereich reagiert sehr sensibel auf innere, aber auch auf äußere Einflüsse. Alles, was ihn reizt, austrocknet oder seine natürliche Schutzbarriere verändert, kann daher auch den pH-Wert beeinflussen. Dazu gehören unter anderem:
- parfümierte oder pH-verändernde Intimpflegeprodukte15
- zu enge oder synthetische Kleidung16
- Stress, der das Immunsystem und damit die Vaginalflora beeinflussen kann17
- zu häufiges oder intensives Waschen18
Antibiotika
Antibiotika unterscheiden leider nicht zwischen nützlichen und unerwünschten Bakterien. Das heißt, wenn die „guten“ Lactobazillen reduziert werden, kann der pH-Wert der Vagina steigen und das Milieu empfindlicher reagieren.
Typische Folgen können sein:
- vorübergehendes Ungleichgewicht der Vaginalflora
- erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Vaginose
- oder für Scheidenpilz, da sich Hefepilze leichter ausbreiten können19
Zwei Dinge sind hierbei wichtig zu wissen: Zum einen verursachen Antibiotika nicht automatisch Scheideninfektionen. Sie können jedoch Bedingungen schaffen, die deren Entstehung begünstigen.
Zum anderen bleibt bei einem Scheidenpilz der pH-Wert der Scheide häufig im Normalbereich. In diesem Fall sind eher andere Symptome wie Juckreiz und bröckeliger Ausfluss wegweisend.
Wie kannst du den pH-Wert deiner Scheide sanft unterstützen?
Dein Intimbereich ist ein fein abgestimmtes System, das kleine Schwankungen im pH-Wert oft ganz allein wieder ins Gleichgewicht bringen kann. Wenn sich jedoch Symptome bemerkbar machen oder du merkst, dass „etwas anders ist als sonst“, kannst du mit ein paar einfachen Routinen und Maßnahmen deine Vaginalflora sanft unterstützen.
Atmungsaktive Unterwäsche tragen
Baumwolle oder andere luftige Materialien reduzieren Feuchtigkeit und Reibung. Gleich zwei Faktoren, die das Scheidenmilieu beeinflussen können.
Nur Wasser oder eine pH-neutrale Intimwaschlotion verwenden
Aggressive oder stark parfümierte Produkte können die Vaginalflora reizen.20 Bei der Intimpflege gilt daher: Weniger ist mehr. Milde, pH-neutrale und parfümfreie Produkte wie zum Beispiel Multi-Gyn FemiWash sind speziell für die sanfte Pflege des Intimbereichs entwickelt.
Kondome verwenden
Besonders bei wechselnden oder neuen Partnern kann das Scheidenmilieu empfindlicher reagieren. Kondome können daher helfen, den pH-Wert der Scheide stabil zu halten.
Probiotika nutzen (oral oder vaginal)
Probiotika mit bestimmten Lactobacillus-Stämmen werden zunehmend als Möglichkeit diskutiert, die Vaginalflora zu unterstützen. Vor allem bei Frauen, die zu bakterieller Vaginose oder wiederkehrenden Pilzinfektionen neigen.
So zeigen verschiedene Studien, dass sie das Scheidenmilieu stabilisieren und die Rückfallrate von bakterieller Vaginose senken können.21 Gleichzeitig gilt jedoch: Probiotika ersetzen keine medizinische Behandlung, können aber eine sinnvolle begleitende Maßnahme sein.22
FAQs zum vaginalen pH-Wert
Was bedeutet ein pH-Wert der Scheide von 5 oder 7?
Ein vaginaler pH-Wert von 5 liegt bereits über dem Normalbereich (3,8 bis 4,5) und kann darauf hinweisen, dass das Scheidenmilieu weniger sauer ist als üblich – zum Beispiel bei einer bakteriellen Vaginose.
Solltest du dagegen gerade deine Periode haben, kann auch ein kurzzeitig erhöhter pH-Wert der Scheide bis zu 6,6 (Durchschnittswert) normal sein.6 Das liegt daran, dass Menstruationsblut leicht basisch ist (7,35 bis 7,45) und in dieser Zeit den wiederum leicht sauren pH-Wert der Scheide erhöhen kann. Denselben Effekt kann auch Sperma haben, das ebenfalls leicht basisch ist.
Manche populärwissenschaftlichen Quellen erwähnen, dass auch ein pH-Wert der Scheide von 7 um die fruchtbaren Tage herum normal sei. Tatsächlich trifft das auf den Zervixschleim im Bereich des Gebärmutterhalses zu, der in dieser Phase einen pH-Wert von etwa 7 haben kann, nicht jedoch auf die Scheidenflora.23
Werte über 4,5 außerhalb der Menstruation oder direkt nach Spermakontakt solltest du daher lieber ärztlich abklären lassen.
Wie messe ich den pH-Wert meiner Scheide?
Den pH-Wert deiner Scheide misst du ganz einfach mit pH-Teststreifen aus der Apotheke oder Drogerie. Dazu wird der Teststreifen vorsichtig in die Scheide eingeführt oder an den Vaginalausfluss gehalten und anschließend mit der Farbskala auf der Packung verglichen.
Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn du einen veränderten Geruch, Ausfluss oder ein ungewohntes Gefühl im Intimbereich bemerkst. Der pH-Test der Scheide gibt dir eine erste Orientierung, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose. Daher ist es immer gut, solche Veränderungen ernst zu nehmen und einen Termin bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen zu vereinbaren.
Was kann ich tun, um meinen pH-Wert zu „verbessern“?
Viele Frauen fragen sich, wie sie den pH-Wert ihrer Scheide verbessern können, gerade wenn sich etwas „anders anfühlt“ als sonst. Aber was bedeutet den pH-Wert der Scheide „verbessern“ dabei überhaupt?
Im Internet kursieren viele Hausmittel, die angeblich den pH-Wert der Scheide senken oder wiederherstellen sollen – etwa mit Natron-/Backpulverbädern oder Essigspülungen. Fachquellen zeigen jedoch, dass solche Eingriffe die Vaginalflora eher destabilisieren können und daher nicht empfohlen werden.24
Statt den vaginalen pH-Wert zu „verbessern“, geht es also eher darum, ihn möglichst im normalen Bereich zwischen 3,8 bis 4,5 stabil zu halten. Dabei hilft zum Beispiel eine pH-neutrale, seifen- und parfümfreie Intimpflege, atmungsaktive Unterwäsche, die Nutzung von Kondomen sowie eventuell die Einnahme oder Anwendung von Probiotika.
Wenn du unsicher bist, was du tun kannst, wenn der pH-Wert der Scheide zu hoch ist und ob eine Infektion vorliegt, suche am besten deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen auf. Sie oder er kann eine sichere Diagnose stellen und gegebenenfalls eine passende Behandlung empfehlen.
Ein Produkt wie Multi-Gyn FloraBalance kann hier zum Beispiel unterstützend sein: Das Vaginalgel enthält Milchsäure und Aloe barbadensis (Aloe Vera) und kann dabei helfen, das vaginale Umfeld sanft zu stabilisieren.
Ist ein pH-Ungleichgewicht immer eine Infektion?
Nein, ein veränderter pH-Wert bedeutet nicht automatisch eine Infektion. Er kann sich auch durch Zyklus oder Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre, Sex (vor allem durch Sperma), Intimhygiene, Stress oder enge Kleidung verändern.
Wichtig ist jedoch: Bleibt der pH-Wert dauerhaft über 4,5 und treten Symptome auf, solltest du das ärztlich abklären lassen.
Hat der pH-Wert der Scheide Einfluss auf Blasenentzündungen?
Auch wenn eine Blasenentzündung in der Harnblase entsteht und nicht in der Scheide, spielt das Scheidenmilieu dennoch eine gewisse Rolle. Denn ein stabiler, leicht saurer pH-Wert unterstützt normalerweise die natürliche Schutzfunktion der Vaginalflora. Wird diese Balance gestört, können sich bestimmte Keime leichter vermehren und von dort zur Harnröhre aufsteigen.
Das bedeutet nicht, dass ein veränderter vaginaler pH-Wert automatisch eine Blasenentzündung auslöst. Studien zeigen jedoch, dass Frauen mit einem gesunden Scheidenmilieu weitaus seltener von wiederkehrenden Blasenentzündungen betroffen sind.25
Quellen
1 Britannica, pH Chemistry, Dezember 2025
3 PubMed, Contemporary perspectives on vaginal pH and lactobacilli, Februar 2011
4 ResearchGate, Conversion of glycogen of vagina into lactic acid, Juni 2005
5 Guyton & Hall, Textbook of Medical Physiology, 13th edition, 2016
6 PubMed, Vaginal physiology during menstruation, 1982
8 PubMed, Hormone concentrations throughout uncomplicated pregnancies: a longitudinal study, Juli 2016
11 Vulvovaginal Disorders, Principles of Vaginal Microscopy, pH, and KOH Testing, 2022
13 MSD Manual, Bakterielle Vaginose, April 2024
14 ScienceDirect, Semen pH in patients with normal versus abnormal sperm characteristics, Mai 2000
16 MSD Manual, Übersicht über Vaginitis (Infektion oder Entzündung der Scheide), Juni 2024
17 PubMed, Psychosocial Stress, Cortisol Levels, and Maintenance of Vaginal Health, September 2018
18 MayoClinic, Yeast infection (vaginal), November 2024
23 Ovid Journals, The role of the cervix in fertility – is it time for a reappraisal? Oktober 2014
