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Scheidenentzündungen: Symptome, Ursachen & Behandlung

Dein Intimbereich reagiert sehr sensibel auf viele Einflüsse. Wenn sich plötzlich etwas anders anfühlt – etwa durch Juckreiz, Brennen oder veränderten Ausfluss –, können harmlose Ursachen dahinter stecken, manchmal jedoch auch eine Scheidenentzündung.

Die gute Nachricht ist, dass sich Scheidenentzündungen in den meisten Fällen gut behandeln lassen. In diesem Artikel erfährst du, an welchen Symptomen du sie erkennst, welche Ursachen es gibt und wie du deine Vaginalflora sanft dabei unterstützen kannst, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

14 Januar 2026

Von Diana Zeneli

Medizinische Beraterin

Karo Healthcare | Scientific Affairs

Was ist eine Scheidenentzündung?

Eine Scheidenentzündung (medizinisch Vaginitis) bedeutet, dass die Schleimhaut deiner Vagina oder Vulva gereizt oder entzündet ist. Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen: manchmal als leichtes bis starkes Brennen, manchmal als Juckreiz oder durch Veränderungen des Ausflusses oder deines Intimgeruchs.

Auch wenn das erst einmal beunruhigend wirken kann, sind Entzündungen der Scheide nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil: Sie gehören zu den häufigsten Gründen, warum weltweit Millionen Frauen jedes Jahr ärztlichen Rat suchen.¹

Warum kommen Scheidenentzündungen eigentlich so häufig vor?
Weil dein Intimbereich ein fein abgestimmtes Ökosystem ist. Seine Balance hängt von mehreren Faktoren ab: unter anderem von Milchsäurebakterien, einem leicht sauren pH-Wert und hormonellen Veränderungen im Körper, die sich auf die Scheidenflora auswirken.

Schon kleine Veränderungen im Alltag oder in deinen Lebensumständen können dieses System schnell aus dem Takt bringen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Stress, Rauchen und Alkoholkonsum2
  • pH-verändernde oder parfümierte Intimprodukte2
  • übertriebene Intimhygiene2
  • Sex, intensiver Sport oder Reibung2/3
  • Ernährung3
  • hormonelle Schwankungen (Zyklus, Verhütungsmittel, Schwangerschaft, Wechseljahre)3
  • enge, synthetische Kleidung4
  • Antibiotika5

Wenn dieses Gleichgewicht der Vaginalflora ins Wanken gerät, können sich bestimmte Erreger wie Bakterien oder Hefepilze vermehren und eine Scheidenentzündung verursachen.¹

Welche Anzeichen typisch sind und wie sie sich je nach Ursache unterscheiden können, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Typische Symptome einer Scheidenentzündung

Welche Symptome bei einer Scheidenentzündung auftreten, hängt davon ab, welcher Erreger oder welcher Auslöser dahintersteckt. Dennoch gibt es typische Beschwerden, die sich – unabhängig von der Ursache – am häufigsten beobachten lassen.

  • Brennen im Intimbereich
    Oft eines der ersten Anzeichen. Es kann leicht oder sehr intensiv sein und verstärkt sich manchmal beim Sitzen, Tragen enger Kleidung oder beim Gehen.1
  • Juckreiz
    Ein klassisches Symptom vieler Vaginalentzündungen. Er tritt häufig außen an der Vulva auf, kann aber auch die Scheide selbst betreffen.1
  • Veränderter Ausfluss
    Farbe, Konsistenz oder Menge können sich verändern. Je nach Ursache zum Beispiel weiß-bröckelig (Scheidenpilz), dünnflüssig-grau (bakterielle Vaginose) oder gelb-grünlich (typisch für einige sexuell übertragbare Krankheiten wie Trichomonaden oder Gonorrhö).1/6/7
  • Unangenehmer Intimgeruch
    Ein fischiger, stechender oder deutlich intensiverer Geruch kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein.1
  • Schmerzen beim Sex
    Entzündete Schleimhäute reagieren empfindlicher, was zu Brennen, Scheidentrockenheit oder stechenden Schmerzen beim Eindringen führen kann.1
  • Schmerzen beim Wasserlassen
    Ein Ziehen, Brennen oder Stechen kann auftreten, wenn die gereizte Schleimhaut mit Urin in Kontakt kommt.1
  • Unterleibsschmerzen
    Manche Frauen erleben bei einigen Scheidenentzündungen zusätzlich Unterleibsschmerzen (zum Beispiel bei Chlamydien oder einer fortgeschrittenen bakteriellen Infektion).8/9

Wichtig für dich zu wissen: Diese Symptome von Scheidenentzündungen können verschiedene Ursachen haben. Sollten sie ausgeprägter werden oder länger anhalten, ist es ratsam, sich umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. So hast du schnell Klarheit und deine Beschwerden können gezielt behandelt werden.

Im nächsten Abschnitt siehst du, welche Formen von Scheidenentzündungen es gibt und wie sich ihre Symptome unterscheiden.

Was sind die häufigsten Ursachen einer Scheidenentzündung?

Scheidenentzündungen können durch ganz unterschiedliche Auslöser entstehen und müssen dementsprechend auch unterschiedlich behandelt werden.

Damit du besser einordnen kannst, welche Art von Scheidenentzündung infrage kommen könnte, findest du hier die wichtigsten Ursachen im Überblick.

Scheidenpilz (Candida)

Eine der häufigsten Ursachen einer Scheidenentzündung ist eine Pilzinfektion. Meist wird sie verursacht durch den Hefepilz Candida albicans. Studien zeigen, dass drei von vier Frauen mindestens einmal im Leben betroffen sind.10

Typische Anzeichen einer Pilz-bedingten Scheidenentzündung sind:11

  • weißer, bröckeliger Ausfluss (Hüttenkäse-artig)
  • starker Juckreiz
  • Wundheit, Rötungen und Schwellungen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex

Pilzinfektionen treten besonders häufig auf, wenn das Vaginalmilieu empfindlich reagiert – etwa in der Schwangerschaft, durch Antibiotika oder Stress.12

Die gute Nachricht ist jedoch: Auch wenn Scheidenpilz und seine Symptome wie Brennen, Juckreiz und Irritationen im Intimbereich unangenehm sind, gibt es Therapie-Möglichkeiten. Zusätzlich zur Leitlinien-Therapie mit einem Antimykotikum, können auch Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen unterstützen.

Multi-Gyn FloraPlus enthält natürliche Inhaltsstoffe aus der Aloe barbadensis (Aloe Vera) sowie Präbiotika und Milchsäure. Diese Kombination trägt zu einem leicht sauren Milieu im Intimbereich bei und unterstützt so einen gesunden vaginalen pH-Wert. Multi-Gyn FloraPlus lindert Scheidenpilzsymptome wie Brennen, Juckreiz und Irritationen innerhalb von 10 Minuten nach der ersten Anwendung.

Bakterielle Scheidenentzündung (Bakterielle Vaginose)

Bakterielle Vaginose ist die häufigste bakterielle Ursache einer Scheidenentzündung.13 Sie entsteht, wenn „schützende“ Milchsäurebakterien zurückgehen und sich „schlechte“ Bakterien wie Gardnerella vaginalis vermehren.14

  • Typische Merkmale einer bakteriellen Scheidenentzündung sind:14
  • dünnflüssiger, grau-weißer oder gelblicher Ausfluss
  • fischiger Geruch, oft nach dem Sex stärker
  • leichtes Jucken oder Brennen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • pH-Wert über 4,5 (der normale pH-Wert liegt bei 3,8 bis 4,5)

Wenn deine Beschwerden eher auf eine bakterielle Vaginose hindeuten, kommen häufig antibiotische Mittel zum Einsatz. Aber auch hier gibt es alternative, rezeptfreie Produkte.

Ein Beispiel dafür sind die Vaginalgele Multi-Gyn ActiGel und Multi-Gyn ActiGel 2IN1. Beide basieren auf natürlichen Inhaltsstoffen und werden zur effektiven Behandlung einer bakteriellen Vaginose eingesetzt. Gleichzeitig können sie helfen, typische Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder unangenehmen Ausfluss zu lindern. Multi-Gyn ActiGel 2IN1 unterstützt zusätzlich den vaginalen pH-Wert durch Milchsäure.

Sexuell übertragbare Infektionen (STI)

Eine Scheidenentzündung kann auch durch sexuell übertragbare Erreger ausgelöst werden. Zu den häufigsten gehören Chlamydien, Gonorrhö (Tripper) und Trichomonaden.

Typische Anzeichen einer STI-bedingten Scheidenentzündung können sein:6/7/15

  • gelblicher oder grünlicher Ausfluss
  • unangenehm riechender Ausfluss
  • Scheidenjucken oder Brennen
  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex
  • Unterleibsschmerzen

Wichtig: Viele sexuell übertragbare Krankheiten bleiben lange symptomlos, besonders Chlamydien.15 Sie werden daher besonders leicht übersehen. Solltest du daher den Verdacht haben, dass du dich mit Chlamydien oder einer anderen STI angesteckt haben könntest, solltest du deine Beschwerden immer ärztlich abklären lassen.

Hormonelle Veränderungen (Zyklus, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre)

Hormonschwankungen beeinflussen direkt die Feuchtigkeit und Stabilität deiner Vaginalhaut. Sinkt der Östrogenspiegel (zum Beispiel in der Schwangerschaft, Stillzeit oder Menopause), kann dies zu einer hormonell bedingten Scheidenentzündung führen.

Typische Anzeichen können sein:16

  • Scheidentrockenheit als häufigstes Symptom
  • Brennen oder Juckreiz
  • empfindlichere Schleimhaut
  • wenig bis kaum Ausfluss
  • Schmerzen beim Sex

Viele Frauen erleben eine Scheidenentzündung in den Wechseljahren, da die Vaginalhaut dünner wird (medizinisch vaginale Atrophie), was sie noch anfälliger für Entzündungen macht. Etwa jede zweite Frau ist nach ihrer Menopause davon betroffen.16

Aber auch Schwangere sind anfälliger für Infektionen, einschließlich einer bakteriellen Vaginose. Wichtig: Eine Scheidenentzündung in der Schwangerschaft sollte immer ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Risiken für dich und dein Baby auszuschließen und die passende Behandlung zu erhalten.

Tipp: In den Wechseljahren verändert sich die Vaginalhaut, was zu Beschwerden wie Trockenheit oder Reizungen führen kann. Auch während der Schwangerschaft ist die Schleimhaut empfindlicher. Multi-Gyn LiquiGel ist ein hormonfreies Intimgel, das natürliche Inhaltsstoffe wie Aloe barbadensis enthält. Es beruhigt die Schleimhaut und unterstützt das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora.

Alternativ kann die hormonfreie Intimcreme Multi-Gyn FeuchtCreme zur unterstützenden Pflege im Intimbereich beitragen und Beschwerden wie Trockenheit mildern.

Mehr zum Thema Scheidentrockenheit und welche Hausmittel in den Wechseljahren, aber auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sanft unterstützen können, liest du hier.

Chemische Reizstoffe & mechanische Irritation

Nicht jede Scheidenentzündung wird durch infektiöse Erreger ausgelöst. Häufig kann auch eine allergische Reaktion oder mechanische Reizung dahinterstecken – zum Beispiel ausgelöst durch:

parfümierte Seifen, Duschgele oder Intimprodukte17
Cremes oder Gleitgele17
Waschmittel oder Weichspüler1
Binden oder Tampons1
Toilettenpapier1
synthetische oder sehr enge Unterwäsche/Kleidung1
Latexkondome1
Verhütungsringe und Diaphragmen1

Typische Signale einer reizstoffbedingten Scheidenentzündung sind:

  • Brennen oder Juckreiz
  • Rötung
  • eher milder oder kaum veränderter Ausfluss

Scheidenentzündung nach Antibiotika

Antibiotika können wahre Lebensretter sein. Aber sie sind leider auch dafür bekannt, das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora durcheinanderzubringen. Der Grund: Sie unterscheiden nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien. Das heißt, während sie Infektionen im Körper bekämpfen, greifen sie gleichzeitig die Lactobazillen an, die den schützenden, leicht sauren pH-Wert der Scheide aufrechterhalten.11

Milchsäurebakterien tragen zu einem gesunden Milieu im Intimbereich bei. Veränderungen der Vaginalflora können manchmal zu unangenehmen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder verändertem Ausfluss führen.11

Multi-Gyn FloraPlus enthält Präbiotika und Milchsäure und unterstützt die Vaginalflora auf natürliche Weise. Das Produkt wurde medizinisch auf gute Verträglichkeit und Anwendung geprüft.

Streptokokken

Streptokokken sind eine Bakteriengruppe, zu der viele Arten gehören. Eine relevante Art im gynäkologischen Kontext ist das sogenannte Streptococcus agalactiae, auch Gruppe-B-Streptokokken (GBS) genannt.

Auch Streptokokken gehören zu den Erregern, die eine Scheidenentzündung verursachen können.18 Typische Anzeichen einer akuten Entzündung sind dabei:19

  • Rötung der Vagina
  • Brennen
  • vermehrter, klebriger Ausfluss mit einem pH-Wert von 5
  • Juckreiz und Reizung

Eine Streptokokken-verursachte Scheidenentzündung tritt häufig bei Frauen im Alter von 15 bis 45 Jahren auf.19

Wichtig für dich zu wissen: Streptokokken können in der Scheidenflora vorkommen, müssen aber nicht immer Symptome verursachen. Eine Besiedlung mit Streptokokken bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Scheidenentzündung vorliegt.18

Seltene Ursache: Lichen sclerosus

In seltenen Fällen kann eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung wie Lichen sclerosus hinter einer Scheidenentzündung stecken. Typisch sind weißliche Veränderungen der Vulvahaut, Hautverdünnung, Reizung oder Schmerzen.20

Weil die Symptome sehr individuell sind und Hautveränderungen viele Ursachen haben können, lohnt bei Verdacht immer eine ärztliche Abklärung.

Welche Behandlung bei Scheidenentzündung sinnvoll ist, hängt also immer davon ab, was genau die Beschwerden auslöst. Und genau deshalb ist eine klare Diagnose so wichtig.

Was tun bei einer Scheidenentzündung?
Hausmittel, Intimpflege & ärztliche Hilfe

Wenn du typische Symptome einer Scheidenentzündung bemerkst, ist die wichtigste Frage oft: Was kann ich jetzt tun?

Grundsätzlich gilt: Scheidenentzündungen solltest du immer ernst nehmen. Vor allem wenn die Beschwerden neu, stark oder wiederkehrend sind. In den folgenden Abschnitten erfährst du, welche Hausmittel und Intimprodukte bei einer Scheidenentzündung helfen können und wann du dich besser an deine Ärztin oder deinen Arzt wendest.

Hausmittel bei Scheidenentzündung – Was ist dran?

Im Zeitalter von Google & Co. suchen viele zuerst im Internet nach „Scheidenentzündung Hausmittel“, statt in die Apotheke oder zum Arzt zu gehen. Der Wunsch nach schneller Hilfe und einer natürlichen Unterstützung ist verständlich, gerade wenn es ganz plötzlich juckt und brennt.

Fachgesellschaften und Experten warnen jedoch davor, dass einige der empfohlenen Hausmittel die empfindliche Scheidenflora eher schädigen als stärken können. Und das kann im schlimmsten Fall erst recht Entzündungen auslösen, Symptome verschlimmern und das Risiko für Infektionen erhöhen.21

Bevor du experimentierst, was bei einer Scheidenentzündung wirklich hilft, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, welche Hausmittel sinnvoll sind – und welche eher nicht.

Griechischer Joghurt / Naturjoghurt (nur äußerlich anwenden)

Natur- oder griechischer Joghurt kann auf der äußeren Vulva als angenehm empfunden werden, wenn die Haut brennt oder spannt. Der Effekt beruht dabei jedoch eher auf Kühlung und Feuchtigkeit als auf einer gesicherten antimikrobiellen Wirkung.

Wichtig: Den Joghurt nur äußerlich anwenden, nicht in die Scheide einführen. Bisher gibt es zwar keine Studien, die zeigen, dass das Einführen von Joghurt in die Vagina sicher oder schädlich ist. Experten raten jedoch davon ab, Joghurt intravaginal anzuwenden, da dies potenzielle Risiken bergen kann.22

Solltest du dir unsicher sein, ob eine bakterielle Scheidenentzündung oder STI vorliegt, ist es ratsam, lieber deine Ärztin oder deinen Arzt aufzusuchen.

Probiotika (oral oder vaginal angewendet)

Probiotika mit bestimmten Lactobacillus-Stämmen sind zwar keine klassischen Hausmittel, sie werden jedoch seit einigen Jahren als Möglichkeit diskutiert, die Vaginalflora bei einer Scheidenentzündung zu unterstützen. Vor allem bei Frauen, die zu bakterieller Vaginose oder wiederkehrenden Pilzinfektionen neigen.

Mehrere Studien und Reviews zeigen, dass oral oder vaginal angewendete Probiotika das vaginale Mikrobiom stabilisieren und die Rückfallrate von bakterieller Vaginose senken können.23 Gleichzeitig betonen Fachleute, dass Probiotika bisher kein Ersatz für eine medizinische Behandlung sind.24

Deshalb können Probiotika bei Scheidenentzündungen als begleitende Maßnahme sinnvoll sein. Sie ersetzen aber weder eine gynäkologische Diagnose noch eine gezielte Behandlung.

Hausmittel bei Scheidenentzündungen, bei denen Vorsicht geboten ist

Backpulver / Natron

Backpulver beziehungsweise Natron kann die natürliche Umgebung und den pH-Wert in deiner Scheide verändern. In der medizinischen Literatur tauchen Spülungen mit Natron und mit Backpulver gefüllte Vaginalkapseln deshalb nur bei einer sehr seltenen Sonderform der Scheidenentzündung auf, nämlich bei der sogenannten zytolytischen Vaginitis, auch Döderlein-Vaginitis genannt.25

Bei dieser Scheidenentzündung produzieren die „guten“ Milchsäurebakterien zu viel Säure, was die Schleimhaut irritieren kann. Nur in diesem Ausnahmefall wird Natron besprochen, weil es die Umgebung weniger sauer macht und die Beschwerden vorübergehend lindern kann.25

Für die allgemeine Anwendung bei Scheidenentzündungen (zum Beispiel Pilzinfektionen, bakterieller Vaginose, Reizungen, STI) gibt es jedoch keine belastbaren Studien.

Im Gegenteil: Fachquellen wie die National Library of Medicine zeigen, dass das künstliche Anheben des pH-Wertes die Vaginalflora destabilisieren und Beschwerden sogar verstärken kann, weil die schützenden Lactobacillen empfindlich auf pH-Veränderungen reagieren.26

Deshalb gilt: Ohne klare ärztliche Diagnose einer Döderlein-Vaginitis sind Natronbäder nicht zu empfehlen. Für die meisten Formen von Scheidenentzündung können sie das empfindliche Scheidenmilieu eher weiter irritieren als helfen.

Apfelessig und Teebaumöl

Apfelessig wird häufig als „natürliches Antiseptikum“ angepriesen. Für deinen empfindlichen Intimbereich ist es jedoch eine zu große Unbekannte, gerade ohne ärztliche Abklärung oder klare Diagnose.

Experten raten daher von Spülungen mit Essig oder ätherischen Ölen wie Teebaumöl ab, da diese Scheidenentzündungen verursachen, das Infektionsrisiko erhöhen und außerdem nützliche Bakterien zerstören können.22

Wie kann man Scheidenentzündungen vorbeugen?

Auch wenn sich nicht jede Scheidenentzündung verhindern lässt (zum Beispiel, wenn hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen), kannst du deiner Vaginalflora dennoch viel Gutes tun.

So helfen schon kleine Alltagsroutinen deinem Intimbereich dabei, sein natürliches Gleichgewicht zu bewahren und Beschwerden zu verhindern. Dazu gehören:

  • Sanfte Intimhygiene: Nur mit Wasser oder pH-neutralen, unparfümierten Produkten waschen.
  • Atmungsaktive Unterwäsche: Baumwolle statt Synthetikmaterialien tragen.
  • Kondome nutzen: Sie reduzieren das Risiko für bakterielle Vaginose, Scheidenpilz und sexuell übertragbare Infektionen.
  • Reizstoffe vermeiden: Intim-Deos, parfümierte Produkte oder zu häufiges Waschen können den pH-Wert stören.27
  • Regelmäßig zur Vorsorge gehen: Besonders für HPV-Screening und Zellabstriche sind sie wichtig.
  • Beschwerden früh abklären: Je eher du die Ursache kennst, desto schneller kannst du gegensteuern.

Bei gereizter oder trockener Intimhaut kann eine milde, parfümfreie Intimcreme wie Multi-Gyn CalmingCream unterstützend wirken. Sie pflegt die Haut, beruhigt Spannungsgefühle und hilft, die natürliche Hautbarriere zu erhalten.

Sie kann täglich angewendet werden, zum Beispiel auch nach dem Rasieren oder begleitend zu einer ärztlich verordneten Behandlung.

FAQs zu Scheidenentzündungen

Wie lange dauert eine Scheidenentzündung?

Wie lange eine Scheidenentzündung anhält, hängt stark davon ab, was die Ursache ist. Manche Formen klingen schnell ab, andere brauchen eine gezielte und je nach Schwere der Symptome auch eine längere Behandlung.

  • Scheidenpilz: Meist 3 bis 14 Tage nach Beginn der Therapie.28/29
  • Bakterielle Vaginose: In der Regel eine Woche nach Behandlung.30
  • Irritationen/Reizungen: Oft innerhalb weniger Tage, sobald der Auslöser (zum Beispiel Reibung, Waschmittel, enge Kleidung) wegfällt.
  • STI-bedingte Entzündungen: Können länger bestehen und sollten immer medizinisch abgeklärt werden.

Welche rezeptfreien Produkte unterstützen meinen Intimbereich?

Es gibt verschiedene rezeptfreie Produkte, die sich zur Pflege deines Intimbereichs und zur Linderung leichter Beschwerden (etwa von bakterieller Vaginose oder Scheidenpilz) eignen:

Multi-Gyn ActiGel und Multi-Gyn ActiGel 2IN1 zum Beispiel unterstützen den natürlichen pH-Wert der Vaginalflora und helfen, das Milieu im Intimbereich zu stabilisieren. Sie können bei typischen Beschwerden wie leichtem Juckreiz, Rötungen, Geruch oder Ausfluss unterstützend wirken. Du erhältst sie in Drogerien und Online-Apotheken.

Auch Multi-Gyn FloraPlus enthält natürliche Inhaltsstoffe wie Aloe barbadensis (Aloe Vera) sowie Präbiotika und Milchsäure. Diese Kombination trägt zu einem leicht sauren Milieu im Intimbereich bei und unterstützt so ebenfalls einen gesunden vaginalen pH-Wert.

Beruhigende Intimcremes oder pH-neutrale Intimprodukte wie Multi-Gyn Calming Cream pflegen zudem empfindliche Haut und unterstützen die natürliche Hautbarriere.

Welche Medikamente gegen Scheidenentzündung gibt es ohne Rezept?

Es gibt verschiedene rezeptfreie Produkte, die je nach Ursache einer Scheidenentzündung unterstützend eingesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem Präparate zur Behandlung von Scheidenpilz, bakterieller Vaginose oder Scheidentrockenheit. Diese sind sowohl in Apotheken als auch in Drogerien erhältlich.

Wenn du unsicher bist, welches Produkt für dich geeignet ist oder sich die Beschwerden nicht bessern, lass dich am besten von deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke beraten.

Hilft Ibuprofen bei einer Scheidenentzündung?

Ibuprofen kann bei einer Scheidenentzündung Schmerzen, Schwellungen und Entzündungsreaktionen im Intimbereich lindern, zum Beispiel bei Brennen oder Unterleibsschmerzen.31

Es behandelt jedoch keine Erreger wie Pilze, Bakterien oder sexuell übertragbare Krankheiten.30 Du kannst Ibuprofen daher nutzen, um kurzzeitig Symptome zu lindern. Es ist jedoch keine Therapie der Ursache.

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Scheidenentzündung und Blasenentzündung?

Eine Scheidenentzündung zeigt sich meist durch: Juckreiz oder Brennen der Vulva/Scheide, veränderten Ausfluss, Schmerzen beim Sex und unangenehmen Intimgeruch.1/6/7

Eine Blasenentzündung äußert sich typischerweise durch: Brennen beim Wasserlassen, sehr häufigen Harndrang, Unterbauchziehen, meist keine starke Veränderung des Ausflusses.32

Da eine Blasenentzündung und eine Scheidenentzündung unterschiedliche Ursachen haben, können sie auch gleichzeitig auftreten. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Beschwerden eher aus der Harnblase oder dem Intimbereich kommen, ist es immer eine gute Idee, deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen aufzusuchen. So bekommst du eine klare Diagnose und eine passende Behandlung.

Wann muss ich mit einer Scheidenentzündung zum Arzt?

Das kommt ganz darauf an. Scheidenentzündungen können harmlose Ursachen wie etwa Reibung, enge Kleidung oder hormonelle Schwankungen haben und beruhigen sich oft wieder, wenn der Auslöser wegfällt.

Zögern solltest du dagegen nicht bei stark riechendem oder gelb-grünlichem Ausfluss, Schmerzen beim Sex oder Wasserlassen oder wenn du gerade ein Baby erwartest. Eine Scheidenentzündung in der Schwangerschaft sollte zum Beispiel immer ärztlich abgeklärt werden, da das Vaginalmilieu in dieser Zeit besonders empfindlich reagiert.

Kurz gesagt: Leichte Reizungen sind nicht gleich ein Grund zur Sorge. Aber bei Unsicherheit oder deutlicheren Symptomen gilt: lieber einmal mehr zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

Quellen

1 MSD Manual, Übersicht über Vaginitis (Infektion oder Entzündung der Scheide), Juni 2024

2 ResearchGate, The association between lifestyle factors and the composition of the vaginal microbiota: a review, August 2024

3 ASM Journals, Daily Vaginal Microbiota Fluctuations Associated with Natural Hormonal Cycle, Contraceptives, Diet, and Exercise, Juli 2020

4 PubMed, Evaluation of Vulvovaginitis and Hygiene Habits of Women Attended in Primary Health Care Units of the Family, Januar 2020

5 MDPI: The Vaginal Microbiome in Health and Disease—What Role Do Common Intimate Hygiene Practices Play?, Januar 2023

6 CDC, About Trichomoniasis, Januar 2025

7 Universitätsklinikum Tübingen, Geschlechtskrankheiten

8 Centers for Disease Control and Prevention (CDC). About Chlamydia, Januar 2025

9 Merck Manual/ MSD Manual, Entzündliche Beckenerkrankung (pelvic inflammatory disease, PID), Oktober 2023

10 ResearchGate, Vaginal Infection: Review Article, August 2022

11 MayoClinic, Yeast infection (vaginal), November 2024

12 PubMed, Effect of antibiotic use on the prevalence of symptomatic vulvovaginal candidiasis, Januar 1999

13 CDC – Bacterial Vaginosis (BV) – Statistics and Risk Factors, aktualisiert 2025

14 MSD Manual, Bakterielle Vaginose, April 2024

15 Centers for Disease Control and Prevention (CDC). About Chlamydia, Januar 2025

16 Flores SA, Hall CA. National Library of Medicine, Atrophic Vaginitis – StatPearls

17 Fashemi et al., 2013; Rosenblatt et al., 2011; Crann et al., 2018; Egan et al., 2021, BMC Women’s Health, zitiert in ScienceDirect, 2022

18 Universitäts Spital Zürich, Scheidenentzündung,Juni 2025

19 PubMed, Aerobic Vaginitis Caused By Streptococcus Β- Hemolyticus and Staphylococcus Epidermidis, Mai 2025

20 National Health Service, Lichen sclerosus, Dezember 2024

21 Mayo Clinic, 2019

22 Cleveland Clinic, 2025

23 PubMed, Probiotic Lactobacillus dose required to restore and maintain a normal vaginal flora, Dezember 2001

24 PubMed, Effective probiotic regimens for bacterial vaginosis treatment and recurrence prevention: A systematic review, April 2025

25 Journal of Skin and Sexually Transmitted Diseases (IADVL, Kerala), Cytolytic vaginosis: A brief review, 2021

26 StatPearls, Vaginitis, Januar 2025

27 Fashemi et al., 2013; Rosenblatt et al., 2011; Crann et al., 2018; Egan et al., 2021, BMC Women’s Health, zitiert in ScienceDirect, 2022

28 Pharmazeutische Zeitung, Akute Vaginalmykose: Vergleichende Untersuchung der 1- und 3-Tage-Therapie mit Clotrimazol, 2009

29 National Library of Medicine, Vaginal Candidiasis, Februar 2024

30 Nature, The right bug in the right place: opportunities for bacterial vaginosis treatment, Mai 2022

31 National Library of Medicine, Ibuprofen – StatPearls: August 2024

32 Mayo Clinic, Urinary Tract Infection (UTI), September 2025